Schlesien – Spurensuche in einer europäischen Grenzregion. Schlesien – Brücke in Europa zwischen Polens Westen und Deutschlands Osten
Die Reise führt in eine europäische Kulturlandschaft, die in wechselvoller Geschichte von der Herrschaft polnischer, böhmischer, preußischer und sächsischer Könige sowie der Habsburger Monarchie geprägt wurde.
Die politischen Veränderungen am Ende des 2. Weltkrieges teilten eine Region, die mit dem Beitritt Polens und Tschechiens zur EU im Mai 2004 wieder als Ganzes näher in das Zentrum Europas gerückt ist. Reiche Handelsstädte mit ihren wiederentstandenen Zentren, beeindruckende Schlösser, Herrenhäuser und Klöster sowie die malerische Landschaft des Riesengebirges werden auf dieser Reise entdeckt. Besondere Aufmerksamkeit gilt der schlesischen Hauptstadt Breslau mit ihren großen Traditionen in der Wissenschafts-, Architektur- und Geistesgeschichte. An Persönlichkeiten des Widerstandes im Nationalsozialismus und tragische Ereignisse des Jahres 1945 wird erinnert. Begegnungen mit Zeugen der kontrastreichen Geschichte vertiefen die Eindrücke. Ruhetage im Riesengebirge und in Breslau lassen Raum für individuelle Unternehmungen.
Abschließend werden die neusten Veränderungen in der alten Residenzstadt Dresden bei Museumsbesuchen und einem Konzert oder Theaterbesuch erkundet.
Anreise im Riesengebirge in Karpacz/Krummhübel; Beziehen der Zimmer im Hotel; Spaziergang durch das Zentrum des Ortes; Abendessen im Hotel.
Aufbruch zur Besichtigung der norwegischen Holzstabkirche Wang mit Wikingerschnitzereien aus dem 12. Jahrhundert; Fahrt nach Agnetendorf; Führung durch "Haus Wiesenstein", dem wichtigsten Wohnsitz Gerhart Hauptmanns; Weiterfahrt in das Hirschberger Tal; individuelle Mittagspause im Schloss Lomnitz, einem der zahlreichen Schlösser des preußischen Adels im Hirschberger Tal; Besichtigung der Ausstellung zur Geschichte des Hirschberger Tales und Gespräch mit der Besitzerin Elisabeth von Küster über ihre Arbeit in der deutsch-polnischen Stiftung; Gelegenheit zum Spaziergang im Park und für eine Kaffeepause; Fahrt nach Erdmannsdorf/Zillerthal mit einem Schinkelschloss und Tiroler Häusern für protestantische Glaubensflüchtlinge; Gelegenheit zum Kauf der traditionellen Produkte der schlesischen Leinenweber; Rückfahrt in das Hotel; Abendessen im Hotel.
Freier Tag mit Gelegenheit zum Besteigen der Schneekoppe, dem mit 1.602 m höchsten Berg des Riesengebirges, einer geruhsamen Rundfahrt durch das Riesengebirge für die weniger sportlichen Reiseteilnehmer oder Verbleib in Krummhübel zur individuellen Verfügung; Abendessen im Hotel.
Fahrt in die Tuchmacher- und Weberstadt Hirschberg, die malerisch in einem Talkessel am Fuße des Riesengebirges liegt; Rundgang durch das Zentrum der Stadt mit dem Markt, dessen Barock- und Rokokohäuser mit ihren Laubengängen wieder in altem Glanz erstrahlen; Besichtigung der 1709 - 1718 nach dem Vorbild der Stockholmer Katharinenkirche entstandenen barocken Gnadenkirche; Weiterfahrt in östlicher Richtung nach Schweidnitz zur größten der drei Friedenskirchen, die den schlesischen Protestanten nach dem Dreißigjährigen Krieg zugestanden wurden; Besichtigung der 1656/57 nur aus Holz und Lehm erbauten Fachwerkkirche, die unglaubliche 7.500 Plätze hat und seit 2001 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht; kurzer Transfer nach Kreisau; einfaches Mittagessen im Speisesaal der Anlage; Besichtigung des alten Gutes und der Gedenkstätte im Berghaus, die an den Kreisauer Kreis und seinen Widerstand im Dritten Reich erinnert; für Interessierte: Spaziergang zum aufgelassenen deutschen Friedhof des Ortes mit dem Mausoleum für Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke und den Gedenksteinen für Helmuth James von Moltke u.a.; Aufbruch nach Breslau, der Hauptstadt Schlesiens; Einweisung in das Hotel; Abendessen im Hotel.
Führung durch das wiederentstandene historische Zentrum Breslaus mit großartiger Architektur von der Gotik bis zum Barock (u.a. gotisches Rathaus mit dem gewaltigen Remter, Aula der Universität, Dom auf der Dominsel und Maria auf dem Sande auf der Sandinsel); Unterbrechung durch ein individuelles Mittagessen; Freizeit für eigene Entdeckungen z. B. Fahrt mit dem Lift auf den Turm des Doms; gemeinsames Abendessen im „Dwór Polski“ am Ring.
Fahrt nach Trebnitz; Besichtigung der Wallfahrtsstätte mit dem katholischen Theologen Prof. Kielbasa oder einer Schwester des Pflegeordens; Rückfahrt nach Breslau; gemeinsames Mittagessen im Hotel; Stadtrundfahrt mit Ausstieg zum Besuch der 1911-13 errichteten Jahrhunderthalle, die seinerzeit weltweit größte Kuppelkonstruktion aus Stahlbeton und Weiterführung der Stadtführung; Besuch des beeindruckenden Friedhofs der ehemals drittgrößten jüdischen Gemeinde Deutschlands; individuelles Abendessen im Hotel oder in einem der zahlreichen Restaurants in der Altstadt. In Breslau kann eine Begegnung z.B. mit Vertretern der evangelischen Kirche oder Gesprächspartnern zum Thema Ökumene und deutsch-polnische Beziehungen geplant werden.
Es wird ein fakultativer Ausflug zur nördlich von Breslau gelegenen Militscher Seenplatte mit dem Besuch der Gnadenkirche in Militsch angeboten; gemeinsames Abendessen in Breslau.
Fahrt Richtung Westen mit kurzem Halt in der Töpferstadt Bunzlau, in der schon seit dem 14. Jahrhundert die berühmte Keramik hergestellt wird; Weiterfahrt nach Dresden; Einweisung in das Hotel; geführter Rundgang durch die in großer Veränderung begriffenen Altstadt der Residenz; Besuch des wiederentstandenen Historischen Grünen Gewölbes (mit Audioguide); Abschiedsessen und Besuch eines Konzertes in der Frauenkirche, in der Kreuzkirche oder einer Aufführung in der Semperoper. Die Programme stehen erst im Frühjahr fest. Es erfolgen Vorschläge abhängig vom Programm und der Verfügbarkeit von Karten.
Fortsetzung des Stadtrundgangs auf der Neustädter Seite und Kaffeepause im Palais Cosel; Besuch des Gottesdienstes in der Frauenkirche; Heimreise.
